Stellungnahme
zum Antrag an die Deutsche Stiftung Denkmalschutz auf Förderung der Res-
taurierung des Pavillons beim Gutshaus in Westenbrügge (Ldkr. Bad Doberan)

 

Seitens des Landesamtes für Denkmalpflege Mecklenburg-Vorpommern wird der Antrag auf Förderung des Pavillons beim Gutshaus in Westenbrügge nachdrücklich unterstützt.

Die Gesamtanlage des ehem. Gutsbereiches in Westenbrügge gehört zu den be- sonders wertvollen Ensembles aus dem frühen 19. Jahrhundert in Mecklenburg- Vorpommern und ist eines der wenigen Beispiele klassizistischer Architektur und Gartenkunst in der Art der Bauten und Anlagen der großherzoglichen Sommerresi- denz Bad Doberan/Heiligendamm, die außerhalb dieses Ortes entstanden.

Der vor die Nordfront des ehem. Gutshauses gestellte ehem. Küchenpavillon aus der Zeit um 1820, ein unterkellerter oktogonaler Putzbau mit rundbogigen, ehem. durch- fensterten Öffnungen und leicht nach innen geschwungenem Dach, gehört zu den selten gewordenen Kleinarchitekturen dieser Zeit in Mecklenburg-Vorpammern und verbindet als Annex des Hauptgebäudes und in seiner Gestaltung die Aufgaben eines Funktionsanbaues an das Hauptgebäude mit denen einer die Gartenanlage schmückenden Kleinarchitektur. Ein weiteres Beispiel einer solchen Kombination ist im Lande nicht überliefert.

Die Wiederherstellung dieses Bauwerks nach denkmalpflegerischen Gesichtspunk- ten ist deshalb nicht nur eine Notwendigkeit, um die Geschlossenheit des vermutlich auf einen Entwurf des Doberaner Baumeisters Severin zurückgehenden Ensembles zu bewahren, sondern sichert auch den Fortbestand eines für die mecklenburgische Kunstlandschaft ganz ungewöhnlichen Gebäudetypus.

Dipl. phil. Horst Ende
Abteilungsleiter