Westenbrügge 1318
Erste urkundliche Erwähnung
Heinrich II

Die erste urkundliche Erwähnung des Gutes findet sich 1318, als der Herzog liquide Mittel aus einer Reihe von Landgütern zog, um sich dafür in Rostock einzukaufen. Es war eine gute Investition, wie sich einige Generationen später herausstellte.

Einige blinde Historiker meckern durch die Bücher, er habe sich verausgabt und viele Schulden machen müssen. Aber so ist das halt: Die Aufbaugeneration pumpt reichlich und hat den Dreck an den 2nd Hand Schuhen, die Erben kaufen Anleihen und laufen in sauberen Guccis herum.

Dummerweise kam er dann etwas frühzeitig zu Tode, vielleicht an der Managerkrankheit, aber seinen X-mal UrEnkeln gehörte 1900 immer noch über 42% von ganz Mecklenburg privat.

Man kann ihm nicht mal vorwerfen, dass er mit seinen Lehnsnehmern wilde Sau spielte. Motto: Ihr wühlt und ich grunz. Zu den Zeiten waren Bauern, Ritter, Fürsten noch alle ähnlich freie Leute, die durchaus vom Tellerwäscher zum Millionär werden konnten.

Leistung spielte eine Rolle, nicht nur Abstammung. Vielleicht mehr als heute. Weder ein feudales, noch ein kommunistisches, noch ein halbdemokratisches Beamtensystem nach heutigen Muster war ausgebildet und behinderte die individuelle Schaffenskraft.

Wer etwas als Lehen übernahm, hatte mehr daran, als heute ein Pächter, obwohl das Geschäftsverhältnis ein Mittelding zwischen Beleihung, Verpachtung und Verkauf war.

Geld ganz allgemein spielte noch eine andere Rolle. Schriftliche Buchführung entstand gerade erst. Bis dahin folgte Geld der Macht. Nun begann Macht dem Geld zu folgen.

Aber schon um 1200 hatte es Geldwertverfall gegeben und die lübische Mark kam als Währungsreform im Hanse Markt. Grössere Mengen Geld waren nur in Grundbesitz speicherbar, den man langfristig verpfändete, sozusagen buchstäblich in 'Asset Backed Securities'.

Noch heute sind Immobilien ein probates Mittel gegen Inflation, d.h. zweifelhaften Geldwert. Auch Schulden machen ist eine gute Idee in solchen Zeiten, denn man kann mit billigerem Geld zurückzahlen. Also der Herzog war ein gewiefter Investor, ganz im Gegensatz zu den meisten heutigen humanistisch hochgebildeten Historikern.

Hier ist die Urkunde:

An dem Deal, den die Urkunde des Fürsten bezeugt, ist vieles interessant. Zunächst einmal die Sprache. Die allgemein gängige Sprache einer Region ist stets die der gerade vorherrschenden oder gerade vergangenen Hochkultur. Andere sagen Supermacht. Das ist das gleiche.

Damals sprachen die feinen Leute Latein noch vom römischen Reich her. Ab Louis XIV, als der Merkantilismus Frankreich reich machte, also von Friedrich dem Grossen bis noch zu Bismarck's Jugendzeiten war es Französisch. Heute ist es Englisch, erst nach dem auf Dampftechnologie begründeten U.K. Kolonialismus Empire und dann nach der, auf dem ersten Öl begründeten amerikanischen Vormachtstellung.

Englisch ist als zweite Sprache so weit verbreitet, obwohl über eine Milliarde Leute Mandarin als die meistverwendete Sprache der Welt sprechen. China ist seit 230 vor Christi als Land geeint und damit in einer Sprache. Europa hat jetzt wieder eine Uneinigkeit von 40 Ländern und 35 Sprachen, darunter so verschiedene wie Finnisch und Deutsch.

Selbst die Römer einten nie mehr als halb Europa und so blieb die Sprachvielfalt dort erhalten. Aber sie einten immerhin die Hälfte und so hat sich Latein in den europäischen Sprachen noch am meisten ausgebreitet. Dennoch kriegte man nach der Lateinwahl als 7-Klässler gesagt: "Mit wem willst Du Dich denn da unterhalten, die sind doch alle längst tot, Mensch."

Im Einigungsprozess passen wir unsere Sprache immer mehr der Sprache der wirtschaftlich überragenden Nation an. Heute machen wir mit Englisch das gleiche, was Friedrich der Grosse mit Französisch und die Gallier mit Latein gemacht haben. Deswegen hört sich Französisch so komisch an. Obwohl Trottoir und Cuvert immer noch einfacher und naheliegender sind, als die umständlich zusammengesetzten Kunstausdrücke Bürgersteig und Briefumschlag.

Heute übernehmen wir in die deutsche Sprache englische Ausdrücke und geben denen eine andere, manchmal gegenteilige Bedeutung: Ein Manager z.B. ist ein Sachbearbeiter im Büro oder ein Hausmeister im Mietshaus, einen leitenden Angestellten dagegen nennt man in Amerika einen Executive, nicht einen Manager. City ist der gesamte Stadtbereich, die Innenstadt dagegen nennt man Downtown.

Handy ist ein Adverb und heisst geschickt, ein Mobiltelefon dagegen heisst englisch Cellphone. Wenn sie einem Amerikaner gegenüber von einem Handy reden, sieht der sie an wie Käpt'n Kirk: "Beam me up, Scotty, there is no intelligent life on this planet."

Allgemein eignet sich aber Englisch, wie auch Latein besser, um es eroberten Völkern beizubringen, weil die Sprachen kürzer und prägnanter sind, als unsere in Richtung Kanzleideutsch der Verwaltungsprofis verkommene Sprache. Beispiel: "Die bei internationalen Flügen mit Düsenmaschinen auftretenden Müdigkeitserscheinungen" (deutsch) = "jetlag" (englisch).

Und jetzt finden sie sicher Gegenbeispiele und sagen: Oh si tacuisses, philosophus mansisses. Lernen wir am besten alle Esperanto. Die können uns wenigstens nicht erobern.

Also zu der Zeit sprechen die feinen Leute Latein und das noch über 500 Jahre, nachdem das römische Reich untergegangen und die römischen Kaiser nur noch Päpste mit schwindender Teilkompetenz sind.

Für mindestens die nächsten zwei bis drei Generationen wird es also wohl immer noch wichtiger sein, Englisch zu lernen als Mandarin.

Unter Gutsbesitzer Bülow gibt es die Übersetzung der Urkunde.