Westenbrügge 1650 - 1750
Barock Bauherr
Karl Leonard Müller von der Lühne

Im 30-jährigen Krieg ging das Gut in Konkurs und wahrscheinlich wurde es, direkt an der damals wichtigsten Hauptstrasse gelegen, auch zerstört.

Denn der erste Eigner, der nicht ein Gläubiger war, baute offensichtlich im hinteren Gebäudeteil auf den Resten eines Renaissance Hauses, das kaum bereits nach 100 Jahren so komplett ersetzt worden wäre, wenn es heil da gestanden hätte.

Unten folgt ein Beispiel des Westenbrügger Allianzwappens auf einer Golddose aus dem Kirchenschatz. Links Müller von der Lühne, rechts Bülow.

Karl Leonard Müller von der Lühne war schwedischer Oberstleutnant im Barock Wirtschaftswunder nach dem 30-jährigen Krieg. Das nahe gelegene Wismar gehörte noch direkt zu Schweden und war so eine Enklave, wie heute etwa Ramstein.

Bei denen in der Sippe war der Vater der grosse Überflieger gewesen. Er wurde von den Schweden geadelt und erwarb mehrere Güter im besiegten Deutschland. Naja, wie man so erwarb im und nach dem 30-jährigen Krieg von den pleite geprügelten Verlierern.

Sein Gucci Sohn brachte es in Friedenszeiten gerade mal zum Oberstleutnant, also so etwa wie heute ein Hauptmann, der die FüAk mit vier abschliesst und dann weder Bücher schreibt, noch Politik macht.

Seine Frau kam aus einer einheimisch alteingesessenen Familie vergangenen Glanzes, die sich nach dem verlorenen Krieg auf dem Abstieg befand.

Sicher brachte die Heirat des reichen Siegermachtoffiziers mit dem altadligen "Frrraulein" von Bülow aus Deutschland nützliches Insider Vitamin B (wie Beziehungen) mit sich.

Denn so adelig wollten die Schweden ihn doch wieder nicht, dass man ihn dort mit entscheiden lassen wollte. In Mecklenburg gehörte er aber kraft seines Besitzes zum Ständetag. Mit seinem UND ihrem Wappen über der Tür seines brandmodernen Chateaus sagten die Leute nur noch hinter vorgehaltener Hand: Guck mal, der Neureiche.

Ihnen gehörte Westenbrügge von 1693 - 1747. 1696 baute er das Herrenhaus, das wir heute kennen, auf der vorhandenen Burginsel. Damals noch mit zwei Stockwerken plus eventuell einem Mansardengeschoss, Fenstern und Scheinfenstern rundum und Aussenfensterläden unten. Reste der Burg wurden wohl im hinteren Drittel verwendet.

1784 starb die Familie mit seinem Sohn aus, der die Güter auf einer Auktion 1747 verkaufte. Er lebte also noch 37 Jahre nach dem Verkauf.

Die erste Generation schafft Vermögen, die zweite verwaltet Vermögen, die dritte studiert Kunstgeschichte, und die vierte verkommt.

Ich denke, jeder sollte das Beste aus seinem Leben machen mit dem, was er mitbekommt. Wenn's bei Dir nichts zu erben gibt, lern was Du kannst, such Dir das Land mit der grössten individuellen Freiheit und sei Aufbau Generation UND Spass Generation. "We're not here for a long time; we're here for a good time."

Mehr Detail (siehe hier) verdanken wir Ivo Asmus von der www.schwedisch-pommern.org (und hier)