Der Pavillon Westenbrügge

Der achteckige, klassizistische Pavillon diente dem Herrenhaus und dem Betrieb als Küchenbau. Er ist ebenfalls als Baudenkmal geschützt. Meines Wissens ist er in seiner Art einmalig mindestens in Mecklenburg-Vorpommern, wenn nicht sogar bundesweit.

Der Kunsthistoriker, Verfasser einer Vielzahl von Zeitungs- und Zeitschriftenartikeln zur Heimatgeschichte, und Vertreter der Bad Doberaner Denkmalschutzbehörde, Alexander Schacht, hat eine besondere Stellungnahme und Bewertung für den Pavillon abgegeben. Auch die ausserordentliche Bewertung des Landesdenkmalamtes finden Sie in der Folge. Ein Baugutachten, Pläne, Ansichten und weitere Informationen sind ebenfalls in dieser Präsentation enthalten, die Sie sich auch anfordern können.

Das Gebäude besitzt ein konkaves Schieferdach, dass über die Höhe des dreigeschossigen Herrenhauses hinausreicht und dessen Ringanker auseinander gebrochen ist. Das Gebäude droht deshalb einzufallen. Besonders gefährdet sind die Stürze, von denen vier nicht mehr tragfähig sind. 1983 gab es für den Pavillon eine Abrissgenehmigung. Jetzt besteht die Gefahr, dass er nicht mehr über den nächsten Winter kommt. Seine Rettung und Wiederherstellung sind ein besonderes Anliegen.

Rettung und Wiederaufbau würden laut einem Baugutachten aus 1992 ca. 210.000 Euro kosten. Wir meinen, dass geringere Kosten ausreichend sind. Dabei würden nutzbare 115 qm gewonnen, einschliesslich eines 58qm Souteraingeschosses. Eine gemeinnützige Verwendung oder Nutzung als Ferienwohnung bietet sich an. Dazu werden weitere Mittel gesucht.

Weitere 62.000 Euro würden reichen, um die Restauration zu ermöglichen. Der Rest der Finanzierung steht. Wer den Betrag zur Verfügung stellt, erhält Nutzungsrechte für Ferienwochen im Pavillon auf 10 Jahre.

Bei Nutzung als Ferienwohnung an 120 Tagen im Jahr entspricht dies einem Übernachtungspreis von 52 Euro. Bei Nutzung als Dauerwohnung entspricht es einer qm-Miete von 4.50 Euro. Beides liegt gut im lokalen Rahmen und kann in Anbetracht der Sonderheit und Lage des Pavillon sogar übertroffen werden.

Eine exklusive, achteckige Ferien- oder Dauerwohnung am Bach

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ist die Belohnung für den oder die Retter eines einmaligen Baudenkmals. Ihr gutes Werk gäbe Ihnen Rendite und Freizeitwert mit dreierlei Nutzen:

  • Garantierte Urlaubszuflucht an der überbuchten Ostseeküste.
  • Gewinnmöglichkeit aus der Ferienvermietung.
  • Rettung eines einmaligen denkmalgeschützten Gebäudes.
Reden wir darüber, bitte schicken Sie mir eine Notiz

Vielen Dank für Ihre Unterstützung.


Das Gutsensemble besteht aus

  • dem Herrenhaus von 1696,
  • einem Marstall von 1912,
  • einem Inspektorenhaus von 1823,
  • dem Pavillon von 1850,
  • einem Park mit einem Kreuz aus Lindenallen von sehr alten hohen Linden,


Links Marstall, geradeaus Herrenhaus, rechts Inspektorenhaus.
Pavillon hinter dem Herrenhaus. Zustand bei Übernahme 2002


Kirche

Im Lindenkreuz

Park am Pavillon

Westenbrügge liegt an der B105 zwischen Kröpelin und Neubukow, eine Viertelstunde von der A20 Ausfahrt Kröpelin, eine Viertelstunde vom Ostseebad Kühlungsborn, eine Viertelstunde von Bad Doberan und eine halbe Stunde von Rostock. Hamburg ist zwei Stunden, Berlin zweieinhalb Stunden entfernt. Die Städteeinwohnerschaft im Viertelstundenumkreis ist etwa 35000, Westenbrügge selbst hat 275 Einwohner. Im Sommer kommt eine grosse Zahl Urlauber dazu.

Das Herrenhaus wurde 1696 als Barockbau erstellt und nach 1850 mit einem weiteren Stockwerk und einer klassizistischen Fassade versehen. Diese hat es in der Restauration wieder erhalten. Für den Innenausbau und die Wiederherstellung des alten Aussenerscheinungsbildes war eine hohe sechsstellige Summe notwendig.


Herrenhaus 2002

Herrenhaus ca. 1930


Stellungnahme von Alexander Schacht

Der Kunsthistoriker, Heimatgeschichtsforscher, Verfasser einer Vielzahl von Zeitungs- und Zeitschriftenartikeln, und Vertreter der Bad Doberaner Denkmalschutzbehörde, Alexander Schacht, hat diese Stellungnahme und Bewertung für den Pavillon abgegeben.


Der Pavillon beim Gutshaus von Westenbrügge,
Landkreis Bad Doberan

Der ehemalige Gutshof von Westenbrügge wurde als Rittersitz bereits im späten Mittelalter angelegt und zählt damit zu den ältesten Herrensitzen des Landes Mecklenburg. Das heute noch aus Gutshaus, Landschaftspark, Pavillon, Pferdestall und Inspektorhaus in selten gewordener Geschlossenheit bestehende Ensemble besitzt aufgrund seiner langen Geschichte und seines baukünstlerischen Werts überregionale Bedeutung. Das heutige Gutshaus wurde der Überlieferung nach im Jahre 1699 von Baron Karl Leonhardt Müller von der Lühne, dessen Familie zwischen 1693 und 1747 im Besitz von Westenbrügge war, an der Stelle einer spät-mittelalterlichen Wasserburg errichtet.

Das Gutshaus ist noch ganz dem seit der Renaissance verbreitet gewesenen Typus des "Festen Hauses" verpflichtet, denn erst zu Beginn des 18. Jahrhunderts kamen mit dem Zuzug fremden Adels neue Moden und baukünstlerische Ausdrucksweisen ins Land und die Herrenhäuser Mecklenburgs verloren ihren wehrhaften Charakter zugunsten einer repräsentativen barocken Architektur. Für das "Feste Haus" der Renaissance war es charakteristisch, dass die Küche aufgrund der von ihr ausgehenden Brandgefahr in einiger Entfernung vom Herrenhaus separat errichtet wurde. Dies ist auch in Westenbrügge der Fall gewesen. Ein hoher Grundwasserstand mag zudem dafür verantwortlich gewesen sein, dass das Gutshaus keinen Keller besitzt, in dem die Wirtschaftsräume untergebracht werden konnten, der die Küche aufnehmende Pavillon ist hingegen unterkellert.

Im Jahre 1819 wurde das Gut Westenbrügge vom Legationsrat Johann Andreas von Müller erworben. Dieser ließ umfangreiche Baumaßnahmen auf dem Gutshof vornehmen: Das Gutshaus wurde äußerlich in eine klassizistische Gestalt gebracht, das Inspektorhaus entstand 1823 neu und den Barockpark wandelte man in einen Englischen Landschaftsgarten um. In diesem Zusammenhang wurde nördlich des Herrenhauses die alte Küche durch den heutigen klassizistischen Bau ersetzt, der die Gestalt eines oktogonalen Pavillons mit konkav zulaufendem und mit Schiefer eingedeckten Dach hat. Die Fenstennischen sind mit profilierten Rundbögen geschlossen, die ein umlaufendes Gesims miteinander verbindet.

Dieser Pavillon war mehr als ein reines Wirtschaftsgebäude: Mit seinen wohlproportionierten, ausgewogenen Formen, die den Einfluss des Baumeisters Carl Theodor Severin und seiner Bauten in der großherzoglichen Sommerresidenz Doberan-Heiligendamm spüren lassen, ist er ein höchst bemerkenswertes, äußerst seltenes und sehr wertvolles Kleinod klassizistischer Baukunst. Vergleichbare Bauten sind in Mecklenburg-Vorpommern nicht bekannt. Der Pavillon ist das "i-Tüpfelchen" der gesamten Gutsanlage und der wichtigste Blickpunkt in dem das Haus umgebenden weiträumigen Landschaftspark. Eine Bewahrung und originalgetreue Restaurierung des Pavillons, der sich zwar in einem sehr schlechten Bauzustand befindet, hinsichtlich seiner äußeren Gestaltung jedoch weitestgehend unverändert erhalten blieb, ist aus denkmalpfegerischer Sicht unabdingbar, da mit seinem Verlust auch ein erheblicher Teil des Denkmalwertes des gesamten Gutshof-Ensembles verloren gehen würde.

Bad Doberan, den 11. Februar 2002

Alexander Schacht M. A.
Kunsthistoriker
Untere Denkmalschutzbehörde des Landkreises Bad Doberan


Stellungnahme des Landesdenkmalamtes

Stellungnahme
zum Antrag an die Deutsche Stiftung Denkmalschutz auf Förderung der Res-
taurierung des Pavillons beim Gutshaus in Westenbrügge (Ldkr. Bad Doberan)

 

Seitens des Landesamtes für Denkmalpflege Mecklenburg-Vorpommern wird der Antrag auf Förderung des Pavillons beim Gutshaus in Westenbrügge nachdrücklich unterstützt.

Die Gesamtanlage des ehem. Gutsbereiches in Westenbrügge gehört zu den be- sonders wertvollen Ensembles aus dem frühen 19. Jahrhundert in Mecklenburg- Vorpommern und ist eines der wenigen Beispiele klassizistischer Architektur und Gartenkunst in der Art der Bauten und Anlagen der großherzoglichen Sommerresi- denz Bad Doberan/Heiligendamm, die außerhalb dieses Ortes entstanden.

Der vor die Nordfront des ehem. Gutshauses gestellte ehem. Küchenpavillon aus der Zeit um 1820, ein unterkellerter oktogonaler Putzbau mit rundbogigen, ehem. durch- fensterten Öffnungen und leicht nach innen geschwungenem Dach, gehört zu den selten gewordenen Kleinarchitekturen dieser Zeit in Mecklenburg-Vorpammern und verbindet als Annex des Hauptgebäudes und in seiner Gestaltung die Aufgaben eines Funktionsanbaues an das Hauptgebäude mit denen einer die Gartenanlage schmückenden Kleinarchitektur. Ein weiteres Beispiel einer solchen Kombination ist im Lande nicht überliefert.

Die Wiederherstellung dieses Bauwerks nach denkmalpflegerischen Gesichtspunk- ten ist deshalb nicht nur eine Notwendigkeit, um die Geschlossenheit des vermutlich auf einen Entwurf des Doberaner Baumeisters Severin zurückgehenden Ensembles zu bewahren, sondern sichert auch den Fortbestand eines für die mecklenburgische Kunstlandschaft ganz ungewöhnlichen Gebäudetypus.

Dipl. phil. Horst Ende
Abteilungsleiter


Ansichten des Pavillon










Lage und Zustand des Pavillon

Der Pavillon befindet sich hinter dem Herrenhaus, besitzt ein Kellergeschoss, dass sich etwa 80cm in der Erde und 1.20m über der Erde befindet, ein Hauptgeschoss von 3.50m Deckenhöhe und ein Dach von etwa 5m Höhe. Der Dachstuhl ist auf einer Seite eingefallen. Es befindet sich ein Dach aus echtem Schiefer darauf. Vier der acht Stürze und zwar die beiden nach Südwesten und die beiden nach Nordosten befinden sich kurz vor dem Einbruch. Wahrscheinlich lastet das Dach am meisten nach diesen beiden gegenüberliegenden Seiten. Zur Sicherung müsste deshalb dringend gestützt werden.

Nach der Wiedervereinigung

Für den Pavillon beantragte und erhielt die Gemeinde 1983 eine Abrissgenehmigung. Der Abriss erfolgte aber nicht. 1992 gab die Gemeinde eine Beratungsstudie bei einem Ingenieur in Auftrag, um den Pavillon wieder herzurichten und daraus eine soziale Einrichtung zu schaffen. Aus dieser Studie stammen die Masse für die folgenden Pläne, die fünfseitige Zusammenfassung von Zustand, Ursachen und damaligen Absichten und eine Kostenschätzung. Die Kostenschätzung lautete auf DM378.530, also Euro193.540.

Ende 2001 wurden Herrenhaus und Pavillon, sowie Teile des Parkes und der Marstall privat erworben. Bei den Denkmalschutzbehörden wäre man natürlich sehr erfreut, den Pavillon gesichert und wiederhergestellt zu sehen.

Finanzierungsüberlegungen

Die anliegende Kostenschätzung von 1992 erscheint aus heutiger Sicht in etlichen Posten überdenkenswert. Auch wenn sich einige Posten verschieben und trotz 10 Jahren Inflation, sollte die Wiederherstellung für 210TEuro, also im Schnitt 1826 Euro pro Nutzquadratmeter einschliesslich des Souterain möglich sein.

Gesicherter Mietvertrag

Die Sanierungspläne von 1992 gehen von einem 2.10m hohen Kellergeschoss und einem 3m hohen Hauptgeschoss von je ca. 58qm aus, insgesamt ca. 115qm. Bei einer Kapitalisierungsrate von 4% (KfW Zinsen) würde eine monatliche Mindestmiete von etwa 6 Euro pro qm gerechnet für die 115qm einschl. der Kellerräume die fremdfinanzierte Wiederherstellung ermöglichen. Gibt es Dorferneuerungsmittel, dann verringert sich die qm Miete auf ca. 5.50E. Dies erscheint realistisch für das Hauptgeschoss, nicht aber für das Souteraingeschoss.

10 jähriger verbürgter Mietvertrag über insgesamt 5.50 Euro pro 115 qm:
5.50 Euro * 115qm * 12 Monate = 7590 Euro Mieteinnahmen pro Jahr
7590 Euro / 4% Kapitalisierungsrate = knapp 190 TEuro
(4% > KfW Zinsen)
190 TEuro + 20 TEuro Dorferneuerung = 210 TEuro

Pachtnutzniessung

Denkbar ist auch die Übernahme einer Investition von 70 TEuro durch einen Investor im Austausch für gratis Nutzniessung des fertigen Pavillon als Ferienwohnung auf 10 Jahre. Die sommerlichen Mieteinnahmen führen die Investition bei nur 115 Tagen pro Saison und 60E pro Übernachtung nach Kosten zurück.

Gemeinsame Nutzung

Die dritte Alternative besteht in der Begründung eines Fördervereins. Jedes Mitglied erwirbt sich für ein 1000 Euro Investment Anrechte auf die Nutzung der entstehenden Ferienwohnung und zwar Anspruch auf zwei Wochen in der Hauptsaison und eine Woche in der Nebensaison. Dies lohnt sich für die Mitglieder. Sie könnten sich für 1000 Euro sonst nur zwei Wochen Urlaubsübernachtungen in der Umgegend erwerben.

80 Mitglieder mal 1000 Euro bringen schon ohne Spenden ebenfalls 80TE, die als Eigengeld benötigt werden. Wenn alle Mitglieder Anspruch auf zwei Wochen in der Hauptsaison und eine Woche in der Nebensaison erwerben, erhalten sie einen Vorteil. Sämtliche Mitglieder können in 6 Jahren ihren Gratisurlaub nehmen, oder die Wohnung vermieten, selbst ohne dass ungebuchte Wohnungen im Herrenhaus eingesetzt werden, um die Ansprüche zu befriedigen.

Diese Alternative erfordert allerdings einigen organisatorischen und PR Aufwand.

Eine achteckige Ferienwohnung wäre die Belohnung für den oder die Retter eines einmaligen Baudenkmals. Ihr gutes Werk gäbe Ihnen Renditewert und Freizeitwert an der Mecklenburger Ostsee mit dreierlei Nutzen:

  • Die garantierte Urlaubszuflucht an der chronisch überbuchten mecklenburgischen Ostseeküste.
  • Die Gewinnmöglichkeit aus der Vermietung.
  • Die Rettung eines einmaligen denkmalgeschützten Gebäudes.


Pläne


Grundriss des Hauptgeschosses


Grundriss des Kellergeschosses


Querschnitt


Bauplanungsstudie von 1992

Seite 1:Allgemeines, Abbrucharbeiten, Gründung
Seite 2: Tragkonstruktion
Seite 3: Nichttragende Konstruktion, Bauwerksabdichtung
Seite 4: Fenster und Türen, Baustelleneinrichtung,
Installation und Betriebstechnik, Aussenanlagen
Seite 5: Ausstattung
Seite 6: Zusammenstellung nach Gewerken

Vielen Dank für Ihr Interesse
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